Monat: Mai 2019

Das Turiner Grabtuch – Update Teil III

Das Turiner Grabtuch

Bezug auf den Artikel in Ancient Mail 77/2019 „Echt oder nicht echt?“

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Ich möchte hinzufügen, dass es zu diesem Tuch schon sehr weitreichende Untersuchungen mit durchaus schlagkräftigen Ergebnissen gibt.

1983/84 erschien in der Droemerschen Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München das Buch von Holter Kersten „Jesus lebte in Indien“. Es folgte 1998 ein noch ausführlicherer Band Von Holger Kersten und Elmar R. Gruber „Jesus starb nicht am Kreuz – Die Botschaft des Turiner Grabtuchs“.

Bereits im ersten Band werden Untersuchungen aller Art vorgestellt; Irrtümer, vermeintliche Irrtümer und Beweise. Sehr wohl enthält demnach das Tuch Spuren von Ölen, und nicht nur Spuren, sondern in Mengen Schweiß- und Blutüberbleibsel.

Ich zitiere aus „Jesus lebte in Indien“:

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…“Von größerem Erfolg zeigte sich da die Methode des Schweizer Kriminologen Dr. Max Frei, dem mit der sogenannten Pollenanalyse bahnbrechende Entdeckungen gelungen sind.  Mit Hilfe von Klebefilm entnahm Dr. Frei an 12 verschiedenen Stellen jeweils 10 bis 20 cm2 große Proben von der Oberfläche des Tuches und fand unter dem Rasterelektronenmikroskop neben Staub und Fasern etwa 1-4 Pflanzenpollen pro cm2“, … Die winzigen Körner haben für jede Pflanzenart ein ganz charakteristisches Aussehen, so daß man sie im Vergleich mühelos der Pflanze zuordnen kann, von der sie abstammt. Im März 1976 erklärte Frei in einem Bericht über seine Forschungen, daß er insgesamt 49 verschiedene Pflanzenarten identifizieren konnte, deren Pollen er auf dem Grabtuch fand.  … Sensationell war aber, daß er auch Pollen von elf Pflanzenarten bestimmen konnte, die in Mitteleuropa nicht vorkommen, sondern von vorderasiatischen Halophyten stammen. …Darunter waren z.B. spezielle Wüstenarten der Spezies Tamarix, Suaeda und Artemisia…“

Fazit auf jeden Fall: Das Tuch stammt aus Palästina.

Ich zitiere weiter aus anderen Stellen des gleichen Buches:

„Mehrere Fäden von verschiedenen Blutflecken wurden vorsichtig aus dem Gewebe gezogen und von zwei unabhängigen italienischen Laboratorien untersucht. Das Ergebnis war (zunächst) geradezu niederschmetternd. Alle Tests verliefen negativ. Offensichtlich handelte es sich bei den Flecken, die wie Blut aussahen, doch nicht um Blut. … Die Nachricht von der Fälschung verbreitete sich dann nach der Veröffentlichung des Kommissionsberichtes 1976 wie ein Lauffeuer rund um die ganze Welt.

Was nicht veröffentlicht wurde, war die Tatsache, daß auch keine Spur einer Substanz nachgewiesen werden konnte, die von einer Fälschung herrührte, und verschwiegen wurde auch die entscheidende Kenntnis davon, daß das relativ stabile Häm unter der Einwirkung von großer Hitze – der das Tuch bei dem Brand von 1532 ohne Zweifel ausgesetzt war – seine Stabilität doch verliert, sich auflöst und eben nicht mehr nachweisbar ist. …

Daraus konnten die Forscher schließen, daß zwischen dem Bild auf dem Tuch und dem Abstand zwischen Tuch und Körper ein direkter Zusammenhang besteht, daß es sich also um irgendeine Art von Kontaktabbild handeln muß. .. Bei den elektronenmikroskopischen Untersuchungen von Fasern aus dem Bereich des Abbildes war festgestellt worden, daß das Bild nicht durch irgendeine nachweisbare Substanz entstanden war, sondern daß die Fasern des Tuches in sich eine dunklere Färbung an der Oberfläche zeigten, im Gegensatz zu den Fasern, auf denen kein Abbild zusehen ist.

…wurde durch ein anderes Experiment widerlegt, in dem man Partikel des Tuches mit Hydrazin- und Ameisensäuredämpfen behandelte und anschließend mit ultraviolettem Licht beleuchtete. Auf diese Weise leuchten Porphyrinmoleküle rot auf. Porphyrin tritt in einem Stadium der Hämbildung auf und gilt als sicherer Nachweis für das Vorhandensein von Blut, auch wenn das Häm selbst durch die Einwirkung von Hitze zerstört worden ist.

…Schon 1924 hatte der französische Biologe Professor Paul Vignon mit seinen Experimenten zur sogenannten „Vaporographismus-Theorie hervorragende Erfolge erzielt. Vignon bewies, daß ein schwitzender Körper, auf den ein Linnen gelegt wird, das mit einer Mischung von leichtem Öl und Aloetinktur (also medicinialis) getränkt ist – durch die Zersetzung der chemischen Bestandteile des Schweißes in ammoniakhaltige Dämpfe ein Oxydationsprozeß der Zellulose die gleiche Verfärbung hervorbringt, wie sie auf dem Grabtuch zu sehen ist. Diese Färbung ist da am stärksten, wo das Tuch den Körper berührt und wird schwächer, je weiter Tuch und Körper auseinanderliegen. …

Die an sich überzeugenden Experimente von Vignon stießen im Jahre 1933 auf heftige Kritik, weil die zur chemischen Reaktion notwendigen Körpersalze sowie die Körperwärme, die den Verdampfungsprozeß bewirkt, bei einem Leichnam nicht in ausreichender Konzentration auftreten können. Daß einfache Aloe-Myrrhe Mischungen in feuchtem Milieu aber durchaus unzerstörbare Körperabdrücke auf Stoff hinterlassen, war nun immerhin bewiesen. …

…“Als Jesus nun den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht und gab den Geist auf.“ Es stellt sich  nun die Frage: War es wirklich Essig, der dieses unmittelbare „Aufgeben des Geistes“ bewirkte, und wenn nicht, was war dann? … Der Trank bestand aus irgendeinem Gebräu, das ohne Zweifel so sauer wie Essig schmeckte. … Haoma ist ursprünglich der ausgepreßte Saft der Somapflanze (asclepias acida), mit der die vedischen Arier das Opferfeuer besprengten. … Der heilige Somatrank der Inder ermöglichte es einem Adepten, sich mehrere Tage lang in einen todesähnlichen Zustand zu versetzen, aus der er nach drei oder vier Tagen erwachte…

Auf den Gräbern der ersten Christen in den Katakomben von Rom findet sich die Darstellung der indischen Pflanze. Es handelt sich um „Asclepias acida“ und zwar mit länglicher Frucht, wie sie in dieser Form in Europa nirgends vorkommt. …“

Diese beiden Bücher lesen sich unglaublich spannend. Ich kann sie jedem Interessierten zum Thema nur wärmstens empfehlen. Denn ich müsste noch viel mehr zitieren, um die Schlüssigkeit der letztlichen Aussage von Kersten und Gruber zu beweisen, aber das führt einfach zu weit.

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Ergebnis jedenfalls ist, dass das Tuch echt ist, zweitausend Jahre alt und aus Palästina stammt. Und dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Körper Jesus darin eingeschlagen war, auf jeden Fall ein gekreuzigter Mann mittleren Alters mit all den in den Evangelien berichteten Merkmalen wie Dornenkappe (es war eine Kappe, keine Krone), Hand- und Fußverletzungen wie auch Verletzung in der Seite…

Jedoch ist das Fazit auch, dass der Mensch, der darin eingewickelt gewesen ist, nicht tot war. Er hat noch geschwitzt und geblutet.

Ich werde nun nicht die Bibel zitieren; wir kennen die Geschichte von Kindheit an. Jesus wurde also ans Kreuz geschlagen (die Methoden werden in den genannten Werken genau beschrieben). Dann aber verläuft diese Kreuzigung anders als bei üblichen Kreuzigungen und auch bei denen seiner zwei Leidensgenossen. Jesus ist demnach sehr viel schneller tot. Ein Scherge ritzt ihn mit einer Lanze; es fließt Blut (was eigentlich noch von Leben zeugt) und erklärt ihn für tot. Den anderen beiden Opfern werden die Beine gebrochen, damit sie schneller sterben und man zum Paschafest gehen kann. Jesus wird vom Kreuz genommen – aber er wird dann nicht wie ein Leichnam behandelt, so wie es sonst bei den Juden üblich ist, sondern nur in das Tuch eingeschlagen – und gesalbt mit teuersten Heil-Ölen. Lazarus der Reiche konnte es sich leisten.

Nach drei Tagen ist der Stein vor dem „Grab“ weggerollt. Das ist kein übernatürliches Geschehen, denn ein Stein, den Menschen irgendwohin gerollt haben, können auch Menschen wegrollen. Ob nun Engel? Die Essener, bei denen Jesus seine Lehrjahre verbrachte, trugen weiße Gewänder.

Und die Jünger Jesus treffen auf einer Straße einen Fremden – also keine Heiligenerscheinung, sondern einen typischen Menschen – der sich als Jesus ausweist und seine Narben zeigt. Er sagt: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Alles von der Kreuzigung Berichtete deutet auf eine tatsächlich ungewöhnliche Kreuzigung hin.

Welchen Sinn konnte das Ganze gehabt haben? Das erschließt sich uns nicht so ganz. Vielleicht konnte Jesus sich nicht mehr entziehen und musste die Tortur deshalb erleiden. Auf jeden Fall ist die sicherste Methode, sich Verfolgern endgültig zu entziehen, für tot erklärt zu werden.

Die Kirche will von diesen Ergebnissen verständlicherweise nichts wissen. Ja sie hat sogar das kostbare Tuch selbst für eine Fälschung erklären lassen (dabei spielte STURP, wie im AM-Beitrag 77/2019 genannt, eine tragende Rolle). Wollte sie diese Ergebnisse anerkennen, müsste sie sich nämlich auflösen. Ach! Wie das? Jesus ist gar nicht für unsere Sünden gestorben? Er ist nicht auferstanden und auch nicht gen Himmel gefahren? Ein Jesus, der gar nicht gestorben ist, sondern überlebt hat, kann für all das, was die Kirche propagiert, nicht herhalten.

Dabei ist es doch so, dass allein die Tatsache ein Wunder ist, dass dieses Tuch zweitausend Jahre überdauert hat und nachweislich aus Palästina stammt. Und dass ein Mensch wie Jesus beschrieben darin eingeschlagen war und seinen Abdruck hinterlassen hat.

Außerdem bleibt die Person Jesus – jedenfalls für mich – auch ohne Wunder, Auferstehung und Himmelfahrt ein mehr als großartiger, außergewöhnlicher Mensch. Seine einfach formulierte Lehre beinhaltet alles, was Menschen brauchten, um auf dieser Welt friedlich miteinander umzugehen und gut zu leben.

Text: https://www.ancientmail.de/ancient-mail-online/charlotte-halink/

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Bilder: Pixabay