Shaya`s Reise – Unsicherheiten und Ängste beim Öffnen für Neues – Teil 7

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…diese Erfahrung in der Verkörperung eines Pilzes hat mich neugierig gemacht. Wow, wenn ich in andere Rollen schlüpfe, dann kann ich ja jederzeit etwas ganz anderes sein… das fasziniert mich. Nicht, dass ich mir das nicht hätte vorstellen können, aber das jetzt an mir selber zu erfahren, mit den ganzen Gefühlen und Körperempfindungen, macht es so erfahrbar, konkret und umsetzbar. Es ist nicht nur Theorie, ich kann es mit meinem Leben verbinden und einen Bezug herstellen.

Etwas anderes ist aber noch passiert… Das neue Bild, welches sich durch diese Erfahrung herauskristallisiert hat, löst in mir eine grosse Unsicherheit und Ängste aus…

Ich schaue in den Himmel und betrachte, wie die Wolken über meinem Kopf daher ziehen. Ich sehe einen Rotmilan über mir Kreisen. Wie er sich bewegt… er sucht den geringsten Widerstand und lässt sich mit dem Wind mittreiben… und trotzdem scheint er sehr fokussiert, auf seine Beute lauernd und steuert mit seinen Flügeln in den Himmel und wieder zu Erde…

«Shaya» höre ich ihn flüstern. Ich bin erstaunt… sprechen jetzt alle Tiere zu mir? In welcher Welt bin ich wohl, dass ich die Stimme der Tiere verstehen kann…

«…um ein neues Bild zu kreieren, muss zuerst Altes losgelassen werden…» spricht der Milan weiter. «…Oft halten wir an Altem fest, denn es gibt uns Sicherheit. Wir haben uns damit identifiziert, wir glauben, dass es so ist für uns. Wir können uns kaum vorstellen, dass ein anderes Bild diesen Platz einnehmen kann. Durch die Weitung der Perspektive kommt auch unser Wertesystem, unsere Glaubensmuster und Geschichten, die wir uns täglich erzählen und über uns glauben ins Wanken. Das kann Ängste auslösen und Unsicherheiten. Es ist genau dieser Schritt aus der Box, den Du machst. Innerhalb der Box fühlst Du dich sicher. Du denkst, Du hast hier alles im Griff, weil es dir bekannt ist und Du Strategien entwickelt hast, mit etwas umzugehen. Wir wollen dann am liebsten wieder zurück, in diese sichere Zone. Da wo wir Kontrolle haben und wissen, was in etwa auf uns zukommt.

Um Heilung zu erlangen, reicht es nicht, einfach Aussen etwas zu verändern. Also zum Beispiel eine Erkrankung auf Symptomebene zu lindern. Das bedeutet, die Schmerzen, den Husten oder das Fieber wegzumachen. Das reicht nicht aus, oft muss ein Schritt aus dieser selbsterstellten Box gemacht werden, eine grundlegende Veränderung wird nötig, eine neue Strategie erforderlich. Das ist auch bei allen Bildern und Geschichten so, die uns einschränken, uns klein machen und hindern, unser volles Potential zu leben. Vielleicht denkst Du: ich bin zu wenig intuitiv oder kreativ, um etwas zu gestalten, zu wenig kompetent eine bestimmte Tätigkeit auszuführen oder zu wenig liebenswert um in dieser Gruppe Anschluss zu finden und so weiter… Der Leidensdruck bringt uns dazu, dass wir einen Schritt aus der Box wagen… wir wollen eine Veränderung… Es ist aber dieser Schritt aus der Komfortzone, der alle diese Gefühle in uns auslöst und hervorbringt… die wir am liebsten nicht haben wollen…»

…was kann ich tun, um nicht wieder zurück zu gehen? Was kann ich tun, um mutig zu sein und den Schritt aus meiner Box in das Unbekannte zu wagen?

«…wahrnehmen und annehmen, dass diese Gefühle auftauchen, bewusst anhalten und verlangsamen, das was vor dir ist, bei dir ist genau von unterschiedlichen Seiten betrachten… wenn Du verstehst, dass es eine logische Folge dieser Neuordnung ist, also das etwas Neues sich entfalten darf – dann wird es einfacher für dich, diesen Gefühlen Raum zu lassen und innerlich die Gewissheit zu tragen, dass sich alles neuordnet, die Schritte ergeben sich von selbst – Du kannst es nicht machen, nur dich öffnen. Weil, jetzt ist noch nicht die Zeit gekommen, konkret zu werden… es ist ja alles noch möglich und das spricht gegen unser Bedürfnis der Sicherheit. Es ist unberechenbar. Das Leben ist unberechenbar. Die Natur ist unberechenbar, und trotzdem folgt es den natürlichen Rhythmen. Was wir aber wissen ist: irgendeinmal wird der Sommer kommen. Der Sommer zeigt sich in seiner ganzen Fülle, seine Kreation ist klar. Alles hat Form angenommen, hat sich entfaltet und zeigt sich in seinem höchsten Ausdruck. Aber auch dem Sommer ist die Zeit des Winters und Frühlings vorausgegangen… Auch die Natur braucht seine Zeit, um sich in diese Kreation hinein zu entfalten. Wenn Du verstehst, dass diese Unsicherheit, diese Ängste zu einer Neuordnung dazugehören, dann verstehst Du die Zusammenhänge von Wandel besser. Was dich auch unsicher macht ist, dass Du noch versuchst, das Neue mit deinen alten Strategien zu bewältigen. Auch das gehört zu einer Neuordnung dazu. Denn neue Strategien hast Du ja noch gar nicht erproben können. Jetzt ist die Zeit dafür gekommen, neue Strategien zu erlernen und zu erkennen, dass Altes ausgedient hat. Das kannst Du, wenn Du dich ausprobierst, in unterschiedliche Rollen schlüpfst und verschiedene Perspektiven annimmst. Das ist das Spiel, in welchem sich die Kinder ständig ausdrücken. Durchs spielen und ausprobieren machen sie Erfahrungen und lernen mit Dingen, Menschen und den Anforderungen des Lebens umzugehen. Um das zu erkennen, musst Du erfahren, dass Altes nicht mehr greift. Das zeigt sich durch deine Ängste und Unsicherheiten… Wie viel Mut brauchen wohl Kinder, um täglich ins Neue und Unbekannte zu gehen, Schritte zu machen, obwohl sie die Zusammenhänge noch gar nicht erkennen. Sie sind neugierig, unbefangen und wollen das Leben erfahren, sich selbst erfahren und das ermöglicht ihnen, mutig über ihre Unsicherheiten und Ängste zu steigen. Daran erkennst Du auch, ob Du dich in einem Veränderungsprozess befindest. Würdest Du das Gefühl haben, noch alles im Griff zu haben, dann befindest Du dich wohl noch im Alten und Bekannten drin… Mit einem Schritt aus der Box wird Neues möglich, meine Begrenzungen weiten sich… Unbegrenztheit wird spürbar und ich verlasse meine gewohnte Welt, mein vertrautes Territorium…»

Aufmerksam habe ich dem Flüstern dieses wunderschönen Rotmilans gelauscht und hänge noch diesen Worten nach. Seit Minuten ist er schon weitergezogen und ich werde mir allmählich bewusst, wie viele Bilder ich über mein Leben und die Welt oder wie sie funktionieren sollte,  habe – selbst erschafft oder von anderen übernommen… Über was mache ich mir eigentlich alles Geschichten? Ja, also eigentlich habe ich über alles eine Vorstellung von dem was ich erfahre, lebe und auf mich zukommt. Geschichten zeigen also eine Begrenzung auf und Begrenzen die Möglichkeiten. Auf der einen Seite geben sie mir eine Identität und eine Existenz, eine Form und Sicherheit – etwas Beständiges. Auf der anderen Seite ist genau diese Form wieder eine Begrenzung. Wenn ich mir also bewusst bin, dass ich mit jedem Gedanken, meine Existenz erschaffe, dann könnte ich diese Existenz ja auch jederzeit verändern…  Wenn ich im Spiel in alle Rollen schlüpfen kann, dann kann ich ja auch aus allen Rollen und Geschichten wieder aussteigen –  das habe ich ja bereits gelernt. Ängste und Unsicherheiten müssen mich dann nicht zweifeln lassen, wenn ich einen Schritt aus meiner Komfortzone mache, sondern mich eher stärken, den Weg weiter zu gehen. Es unterstützt mich, zu wissen, dass ich mich ausprobieren darf und gerade dabei bin, Altes loszulassen und mich für Neues zu öffnen. Das hilft mir, ich kann mich in diesem Moment an diese logische Gegebenheit halten und mich im Rad des Wandels orientieren…

Quelle: https://bewegedeinleben.com/blog-post/unsicherheiten-und-aengste-beim-oeffnen-fuer-neues

 

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Bild: Pixabay.com

Veröffentlicht von zenschmidt

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